AHA ist die Abkürzung für Alpha-Hydroxysäuren. Sie stehen auf Peelingprodukten, Masken und Seren, manchmal schon im Produktnamen. Gleichzeitig tauchen einzelne AHA auch in Produkten auf, die mit Peeling nichts zu tun haben.

Der Grund: Dieselbe Säure kann in einer Rezeptur ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Welche, verrät vor allem ihre Position in der INCI-Liste – zusammen mit dem, was der Hersteller angibt.

1. Was Alpha-Hydroxysäuren sind

Alpha-Hydroxysäuren sind organische Säuren mit einer bestimmten Struktur: Direkt neben der Säuregruppe sitzt eine Hydroxygruppe, also eine OH-Gruppe. „Alpha“ bezeichnet genau diese Nachbarposition.

Viele AHA kommen in der Natur vor und sind nach ihrer bekanntesten Quelle benannt. Milchsäure entsteht etwa bei der Milchsäuregärung, Zitronensäure steckt in Zitrusfrüchten, Äpfelsäure in Äpfeln, Weinsäure in Trauben. Woher der Stoff in einem bestimmten Kosmetikprodukt stammt, sagt die INCI-Liste allerdings nicht – sie nennt nur den chemischen Stoff.

Chemisch unterscheiden sich die AHA unter anderem in der Größe ihrer Moleküle. Glykolsäure ist mit zwei Kohlenstoffatomen die kleinste, Mandelsäure enthält einen Benzolring und ist deutlich größer. Für das Lesen der INCI-Liste musst du diese Unterschiede nicht kennen – es genügt, die Namen wiederzuerkennen.

2. Die AHA-Namen in der INCI-Liste

Diese INCI-Namen gehören zu den Alpha-Hydroxysäuren:

INCI-NameDeutscher Name
Glycolic AcidGlykolsäure
Lactic AcidMilchsäure
Citric AcidZitronensäure
Malic AcidÄpfelsäure
Tartaric AcidWeinsäure
Mandelic AcidMandelsäure

Nicht zu den AHA zählt Salicylic Acid; sie wird meist als BHA bezeichnet und ist eine eigene Stoffgruppe. Salze der Säuren, etwa Sodium Lactate, sind verwandt, aber nicht dasselbe wie die freie Säure. Unbekannte Namen schlägst du im INCI-Glossar nach.

3. pH-Regulator oder Hauptsache? Die Position entscheidet

Viele Rezepturen brauchen eine kleine Menge Säure, um den pH-Wert einzustellen. Dafür werden oft Citric Acid oder Lactic Acid verwendet. In solchen Produkten steht die Säure weit hinten in der Liste – ein Hinweis auf eine geringe Menge. Wie die Reihenfolge zustande kommt, erklärt der Beitrag zur 1-%-Regel.

Steht eine AHA dagegen weit vorn, macht sie einen größeren Teil der Rezeptur aus. Das ist typisch für Produkte, die als Peeling gedacht sind. Drei Fragen helfen bei der Einordnung:

  1. Wo steht die Säure? Unter den ersten Positionen oder am Ende?
  2. Was sagt der Name? Begriffe wie „Peel“ oder eine Prozentangabe im Namen deuten auf eine Peelingfunktion.
  3. Was steht im Anwendungshinweis? Begrenzte Häufigkeit, Einwirkzeit und ein Sonnenschutzhinweis sind typisch für Säureprodukte.

Die genaue Konzentration steht nicht in der INCI-Liste. Auch der pH-Wert des fertigen Produkts, der bei Säuren eine Rolle spielt, ist dort nicht angegeben. Beides kennst du nur, wenn der Hersteller es nennt.

4. Ein Beispiel: Milchsäure an Position 4

Als Beispiel dient hier die Creamy Clay 7% AHA Tonerde-Maske von MÁDARA. Laut Herstellerseite (Stand 30.09.2026) steht in der INCI-Liste Lactic Acid an Position 4, nach Aqua, Dicaprylyl Carbonate und Kaolin und vor Glycerin. An Position 9 steht Potassium Hydroxide, ein Stoff, der üblicherweise zur Einstellung des pH-Werts dient.

Der Produktname nennt 7 % AHA; das ist eine Herstellerangabe im Namen und in der INCI-Liste selbst nicht ablesbar. Position, Name und Anwendungshinweis passen hier zusammen: Die Milchsäure ist in diesem Produkt kein Nebenbestandteil.

Die Anwendung beschreibt der Hersteller sinngemäß so: zwei- bis dreimal pro Woche auf die gereinigte Haut auftragen, den Augenbereich aussparen, nach 3 bis 10 Minuten gründlich abspülen. Welche Rolle Kaolin spielt, erklärt der Beitrag Tonerde in der INCI-Liste.

5. Was die Warnhinweise auf Säureprodukten bedeuten

Auf Produkten mit AHA stehen häufig Hinweise, die über die übliche Anwendung hinausgehen. Im Beispiel nennt der Hersteller drei:

  • Nach der Verwendung soll die Haut nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden.
  • Sonnenschutz soll immer verwendet werden.
  • Das Produkt ist laut Hersteller nicht für zarte, überempfindliche Haut geeignet.

Solche Hinweise sind Teil der Anwendungsempfehlung und gehören genauso beachtet wie Häufigkeit und Einwirkzeit. Sonnenschutz heißt dabei ein Produkt mit ausgewiesenem Lichtschutzfaktor – eine gewöhnliche Tagescreme ersetzt ihn nicht. Warum, steht im Beitrag Tagescreme ohne LSF.

Kombinierst du ein Säureprodukt mit anderen Peelings, zählen alle zur Gesamthäufigkeit. Wie Einwirkzeiten bei verschiedenen Maskentypen angegeben werden, erklärt der Beitrag Gesichtsmasken und Einwirkzeit. Führe ein neues Produkt einzeln ein und beginne mit der kürzesten angegebenen Einwirkzeit; wie ein Anwendungstest aussieht, steht unter Probe vor dem Kauf.

Wichtig einzuordnen

Bei anhaltenden Hautbeschwerden gehört die Frage in ärztliche Hände. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Die Kurzfassung: AHA erkennst du an wenigen INCI-Namen – ob die Säure nur den pH-Wert einstellt oder die Hauptrolle spielt, zeigen Position, Produktname und Anwendungshinweis, und die Sonnenschutzhinweise gehören zur Anwendung dazu.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Art. 19 (Liste der Bestandteile).
  2. Europäische Kommission, CosIng-Datenbank, Einträge zu Lactic Acid, Glycolic Acid und Potassium Hydroxide.
  3. Herstellerangaben MÁDARA zu Creamy Clay 7% AHA Tonerde-Maske (INCI, Füllmenge, Anwendung, Warnhinweise), madaracosmetics.com, abgerufen am 30.09.2026.

Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.