Ein mechanisches Peeling erkennst du beim Auftragen sofort: Es enthält feste Körnchen, die du mit den Fingern über die Haut bewegst. Dadurch unterscheidet es sich von Peelings, die ohne Reibung auskommen.
Gerade weil der Effekt spürbar ist, neigen viele dazu, zu fest oder zu oft zu peelen. Drei Punkte helfen bei der Einordnung: die Körnchen, der Druck und die Häufigkeit.
1. Drei Arten von Peeling
Peelings lassen sich nach dem Prinzip einteilen, mit dem sie arbeiten:
| Art | Prinzip | Typisch in der INCI-Liste |
|---|---|---|
| mechanisch | Körnchen und Reibung | Sand, gemahlene Samen oder Schalen, Zucker, Salz |
| enzymatisch | Enzyme, meist als Pulver | z. B. Papain, Bromelain |
| chemisch | Säuren | z. B. Lactic Acid, Glycolic Acid |
Dieser Beitrag behandelt nur die mechanische Variante. Zum Enzympeeling gibt es einen eigenen Beitrag: Enzympeeling als Pulver. Wie du Säuren in der INCI-Liste erkennst, steht unter AHA in der INCI-Liste.
2. Die Körnchen: woraus Peelingkörper bestehen
Die festen Bestandteile heißen Peelingkörper. Sie können aus sehr unterschiedlichen Materialien stammen:
- mineralisch: etwa Sand oder fein gemahlenes Gestein,
- pflanzlich: gemahlene Samen, Kerne oder Schalen,
- löslich: Zucker oder Salz, die sich beim Kontakt mit Wasser nach und nach auflösen,
- aus Wachsen: kleine Kügelchen, zum Beispiel aus Jojobawachs.
Synthetische Polymerpartikel, oft Mikroplastik genannt, sind in der EU als Peelingkörper in abzuspülenden Produkten seit Oktober 2023 nicht mehr erlaubt. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2023/2055, die eine Beschränkung für bewusst zugesetzte synthetische Polymermikropartikel in die Chemikalienverordnung REACH aufgenommen hat.
Größe, Form und Menge der Körnchen bestimmen, wie sich ein Peeling auf der Haut anfühlt. Aus der INCI-Liste lassen sich diese Eigenschaften nicht ablesen – hier hilft nur, das Produkt anzusehen und anzufassen.
3. Der Druck: sanft genügt
Ein Peeling funktioniert über die Körnchen, nicht über Kraft. Die folgenden Grundsätze haben sich bewährt:
- mit den Fingerspitzen in kleinen, kreisenden Bewegungen arbeiten,
- den Druck so wählen, dass die Körnchen spürbar, aber nicht kratzend sind,
- die Augenpartie aussparen,
- keine Stellen peelen, die gerötet, verletzt oder gereizt sind,
- nicht länger massieren, als der Hersteller angibt.
Brennt oder spannt die Haut danach deutlich, ist das ein Signal, Druck oder Häufigkeit zu verringern oder das Produkt abzusetzen.
Wichtig einzuordnen
Bei anhaltenden Hautbeschwerden gehört die Frage in ärztliche Hände. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.
4. Die Häufigkeit: nach Herstellerangabe
Wie oft ein Peeling angewendet wird, gibt der Hersteller auf der Packung an. Häufig findet sich ein Rahmen von ein- bis dreimal pro Woche. Tägliches Peelen ist bei den meisten mechanischen Peelings nicht vorgesehen.
Achte außerdem darauf, für welchen Bereich ein Produkt gedacht ist. Peelings für den Körper enthalten oft gröbere Körnchen als solche für das Gesicht. Steht auf der Packung nur „Körper“, gehört das Produkt nicht ins Gesicht.
Kombinierst du mehrere Peelingarten – etwa ein mechanisches Peeling und ein Säureprodukt –, zählen beide zur Gesamthäufigkeit. Führe neue Produkte einzeln ein, damit du einordnen kannst, wie deine Haut auf welches Produkt reagiert. Wie ein Anwendungstest aussieht, beschreibt der Beitrag Probe vor dem Kauf.
Merken
Körnchen statt Kraft, Herstellerangabe statt Gefühl: Wie oft und wie lange du peelst, steht auf der Packung.
5. Ein Beispiel: Vulkansand in einer Ölbasis
Als Beispiel dient hier das Öl-zu-Milch Peeling von MÁDARA. Laut Herstellerseite (Stand 30.09.2026) enthält die INCI-Liste Volcanic Sand als Peelingkörper. Vorn stehen Caprylic/Capric Triglyceride und Glycerin, dazu Sonnenblumen-, Aprikosenkern- und Haferöl. Dazu kommen Sucrose Laurate und Sucrose Palmitate – Ester aus Zucker und Fettsäuren, die als Tenside eingesetzt werden.
Diese Kombination erklärt den Namen: Das Produkt ist zunächst ölig. Die Tenside sorgen dafür, dass es sich beim Kontakt mit Wasser zu einer milchigen Emulsion verbindet, die sich abspülen lässt.
Die Anwendung beschreibt der Hersteller sinngemäß so: sanft auf die trockene Haut massieren, dann einen Spritzer Wasser zugeben, sodass das Öl zur Milch wird, und das zwei- bis dreimal pro Woche.
6. Nach dem Peeling
Ein mechanisches Peeling wird in der Regel abgespült. Achte darauf, dass keine Körnchen zurückbleiben – besonders am Haaransatz, an den Nasenflügeln und unter dem Kinn sammeln sie sich gern. Anschließend die Haut mit einem Handtuch abtupfen, statt kräftig zu rubbeln.
Danach folgt die gewohnte Pflege. Einen eigenen „Peelingtag“ mit besonderen Produkten braucht es dafür nicht; wichtiger ist, an diesem Tag nicht zusätzlich weitere Peelingprodukte zu verwenden.
Noch ein praktischer Hinweis: Ölhaltige Peelings können Waschbecken und Duschwanne rutschig machen. Nach der Anwendung kurz mit Wasser nachspülen, dann ist das Thema erledigt.
Die Kurzfassung: Beim mechanischen Peeling arbeiten die Körnchen, nicht der Druck – massiere sanft, spare gereizte Stellen aus und halte dich bei der Häufigkeit an die Angabe auf der Packung.
Quellen
- Verordnung (EU) 2023/2055 der Kommission zur Änderung von Anhang XVII der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) hinsichtlich synthetischer Polymermikropartikel.
- Europäische Kommission, CosIng-Datenbank, Einträge zu Sucrose Laurate und Sucrose Palmitate.
- Herstellerangaben MÁDARA zu Öl-zu-Milch Peeling (INCI, Füllmenge, Anwendung), madaracosmetics.com, abgerufen am 30.09.2026.
Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.