Squalane ist ein klares, geruchloses Öl, das du in vielen Gesichtscremes findest. Der Name klingt fast wie Squalene – gemeint ist aber ein anderer Stoff.

Dieser Beitrag erklärt den Unterschied, zeigt die möglichen Quellen und beschreibt, was die INCI-Liste über die Herkunft sagt – und was nicht.

1. Squalen und Squalan: ein Buchstabe Unterschied

Squalen ist ein Kohlenwasserstoff mit mehreren Doppelbindungen. Es kommt natürlich vor, etwa in Olivenöl, im Leberöl von Haien und im Hautfett des Menschen. Durch die Doppelbindungen reagiert Squalen leicht mit Sauerstoff.

Squalan entsteht aus Squalen durch Hydrierung: Die Doppelbindungen werden mit Wasserstoff abgesättigt. Das Ergebnis ist ein vollständig gesättigter Kohlenwasserstoff, der nicht zur Autoxidation neigt. In der INCI stehen die beiden als Squalene und Squalane – auf den Vokal in der letzten Silbe kommt es an.

Verwechseln lässt sich das leicht, denn beide Namen tauchen in Pflegeprodukten auf. Für das Lesen einer INCI ist der Unterschied wichtig: Es handelt sich um zwei verschiedene Stoffe mit eigenen Einträgen in CosIng.

2. Woher Squalan stammen kann

Squalan kann aus sehr unterschiedlichen Rohstoffen hergestellt werden:

  • Haileberöl: historisch die klassische Quelle für Squalen.
  • Olivenöl: Squalen wird aus Rückständen der Olivenölherstellung gewonnen und anschließend hydriert.
  • Zuckerrohr: Hefen bilden aus Zucker den Baustein Farnesen, aus dem über weitere Schritte Squalan hergestellt wird – ein biotechnologischer Weg.

Das Endprodukt ist in allen Fällen derselbe Stoff mit derselben chemischen Struktur.

Warum die Herkunft trotzdem eine Rolle spielen kann: Wer tierische Rohstoffe meidet, möchte wissen, ob ein Stoff aus einer tierischen Quelle stammt. Andere interessiert, ob ein Rohstoff biologisch angebaut oder biotechnologisch hergestellt wurde. Beides sind berechtigte Fragen – nur beantwortet sie die INCI nicht.

Chemisch lassen sich die Endprodukte der verschiedenen Wege nicht an ihrem Namen unterscheiden; Unterschiede in Reinheit oder Begleitstoffen legt die Spezifikation des Rohstofflieferanten fest.

3. Was die INCI über die Herkunft nicht sagt

Die EU-Kosmetikverordnung verlangt in der Liste der Bestandteile die gemeinsame Bezeichnung des Stoffes. Für Squalan lautet sie Squalane – unabhängig davon, aus welchem Rohstoff es gewonnen wurde. Einen Zusatz wie „aus Oliven“ sieht die INCI-Systematik dafür nicht vor.

Wer die Herkunft wissen möchte, hat zwei Wege: die Angaben des Herstellers oder die Regeln eines Siegels. Ob und wie ein Naturkosmetik-Standard die Rohstoffquelle regelt, steht im jeweiligen Standard; einen Überblick gibt der Beitrag zu Naturkosmetik-Siegeln. Fußnoten in der Liste können zusätzlich Hinweise auf den Anbau geben, siehe Sternchen in der INCI.

Angaben wie „vegan“ auf einer Packung sind eine Aussage des Herstellers oder eines Labels mit eigenen Regeln. Sie stehen neben der INCI, nicht in ihr.

4. Welche Funktion Squalan in der Rezeptur hat

CosIng führt für Squalane die Funktionen Emollient, Refatting (rückfettend), Skin Conditioning und Hair Conditioning. Squalan gehört damit zu den Fettstoffen einer Rezeptur. Welche Rolle Fettstoffe im Unterschied zu Feuchthaltemitteln spielen, erklärt der Beitrag Feuchtigkeit oder Fett.

Chemisch ist Squalan kein Triglycerid wie die meisten Pflanzenöle, sondern ein reiner Kohlenwasserstoff. Das ist eine Frage der Struktur, keine Wertung.

Als Öl ist Squalan farblos und geruchlos. Es lässt sich deshalb in Rezepturen einsetzen, ohne Farbe oder Duft des Produkts zu verändern. Im Nachschlagewerk COSMILE Europe wird es außerdem als Lösungsmittel für fettlösliche Bestandteile beschrieben.

5. Ein Beispiel aus einer leichten Creme

Als Beispiel dient hier die cream light ohne Duft von Santaverde. Laut Herstellerangabe (Stand der Herstellerseite 30.09.2026) steht Squalane an Position 11. Davor stehen unter anderem Aloe-Blattsaft, Mandelöl (Prunus Amygdalus Dulcis Oil), Avocadoöl (Persea Gratissima Oil) und Sheabutter (Butyrospermum Parkii Butter). Anders als diese Stoffe trägt Squalane in der Liste kein Sternchen.

Aus welchem Rohstoff das Squalan in dieser Creme stammt, lässt sich aus der INCI nicht ablesen – dafür wäre eine Nachfrage beim Hersteller der Weg. Zur Anwendung nennt der Hersteller sinngemäß: nach Reinigen und Tonisieren auf Gesicht, Hals und Dekolleté sanft einmassieren.

Merken

Squalane (mit a) ist die hydrierte, gesättigte Form von Squalene (mit e). Der INCI-Name ist bei jeder Herkunft gleich.

Ein Beispiel mit Squalan an Position 11

Santaverde cream light ohne Duft, 30 ml. Eine Gesichtscreme, in deren INCI laut Herstellerangabe Squalane zwischen pflanzlichen Ölen und Butter steht. Stand der Herstellerseite 30.09.2026. Vollständige Angaben, aktueller Preis und Grundpreis auf der Produktseite.

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6. So findest du Squalan in der Liste

  • Auf den Vokal achten: Squalane mit a ist die gesättigte Form, Squalene mit e die ungesättigte.
  • Position einordnen: Sie zeigt den Mengenrang. Wie die Reihenfolge entsteht, erklärt der Beitrag zur 1-%-Regel.
  • Fußnoten prüfen: Ein Sternchen oder eine Ziffer kann auf Anbau oder Herkunft verweisen.
  • Hersteller fragen: Für die Rohstoffquelle ist die Herstellerangabe die verlässlichste Auskunft.

Die Kurzfassung: Squalan ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff, der aus Oliven, Zuckerrohr oder anderen Quellen stammen kann – die INCI nennt immer nur „Squalane“, die Herkunft erfährst du beim Hersteller.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Art. 19 Abs. 1 Buchst. g (Liste der Bestandteile) und Art. 33 (Glossar der gemeinsamen Bezeichnungen von Bestandteilen).
  2. Europäische Kommission, CosIng-Datenbank, Eintrag Squalane, abgerufen am 30.09.2026.
  3. Cosmetics Europe, COSMILE Europe, Eintrag Squalane (Funktionen, Herkunft), abgerufen am 30.09.2026.
  4. Herstellerangaben Santaverde zu cream light ohne Duft (INCI, Füllmenge, Anwendung), santaverde.de, abgerufen am 30.09.2026.

Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.