Hyaluronsäure gehört zu den bekanntesten Namen in der Hautpflege. Auf Verpackungen steht meist einfach „Hyaluron“. Das klingt nach einem einzigen Stoff, dahinter können aber verschiedene INCI-Namen stehen.

Außerdem gilt: Ein Stoff im Produktnamen muss nicht der Stoff sein, der die Rezeptur prägt. Wie du beides auseinanderhältst, zeigt dieser Beitrag.

1. Was Hyaluronsäure ist

Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid, also ein langkettiges Molekül aus vielen aneinandergereihten Zuckerbausteinen. Chemisch wechseln sich dabei zwei Bausteine ab: Glucuronsäure und N-Acetylglucosamin. Der Stoff kommt auch im menschlichen Körper vor, etwa im Bindegewebe.

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem griechischen Wort „hyalos“ für Glas, weil der Stoff 1934 erstmals aus dem Glaskörper des Auges isoliert wurde, und der Uronsäure, zu der die Glucuronsäure als Baustein gehört.

Die Kettenlänge kann sehr unterschiedlich sein. Deshalb gibt es Hyaluronsäure in vielen Molekülgrößen – von sehr langen bis zu deutlich kürzeren Ketten. In der Kosmetik wird sie als Feuchthaltemittel eingesetzt, also als Stoff, der Wasser bindet.

Woher die Hyaluronsäure in einem Produkt stammt, zeigt die INCI-Liste nicht. Sie kann zum Beispiel biotechnologisch durch Fermentation hergestellt werden; der INCI-Name bleibt unabhängig vom Herstellungsweg derselbe.

2. Drei INCI-Namen, eine Stoffgruppe

INCI-NameWas er bezeichnet
Hyaluronic Aciddie Säure selbst
Sodium Hyaluronatedas Natriumsalz der Hyaluronsäure
Hydrolyzed Hyaluronic Aciddurch Hydrolyse aufgespaltene Hyaluronsäure mit kürzeren Ketten

Auf der Verpackung wird all das meist zu „Hyaluron“ oder „Hyaluronsäure“ zusammengefasst. In der INCI-Liste stehen die Formen getrennt – und sie sind nicht derselbe Stoff: Hydrolyzed Hyaluronic Acid besteht aus kürzeren Ketten als die unveränderte Säure oder ihr Salz. Manche Produkte enthalten mehrere davon; andere Cremes von MÁDARA nennen etwa Sodium Hyaluronate und Hydrolyzed Hyaluronic Acid gemeinsam.

Angaben wie „niedermolekular“ oder „mehrfach“ auf der Vorderseite sind Herstelleraussagen. Die Molekülgröße steht nicht in der INCI-Liste; lediglich „Hydrolyzed“ zeigt an, dass die Ketten aufgespalten wurden.

3. Position statt Produktname

Die INCI-Liste nennt die Bestandteile in absteigender Menge, bis zur Grenze von 1 %. Stoffe unter 1 % dürfen danach in beliebiger Reihenfolge stehen (Art. 19 Abs. 1 lit. g der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009). Mehr dazu im Beitrag zur 1-%-Regel.

Hyaluronsäure steht in vielen Rezepturen eher im hinteren Teil der Liste. Das ist bei diesem Stoff üblich und sagt allein nichts über die Qualität eines Produkts. Es zeigt aber: Wenn „Hyaluron“ groß auf der Verpackung steht, lohnt sich der Blick auf die Stoffe davor. Sie machen den größeren Teil der Rezeptur aus und bestimmen oft, wie ein Produkt anzuwenden ist.

Neben Hyaluronsäure enthalten viele Produkte weitere Feuchthaltemittel wie Glycerin oder Sodium PCA, die oft weiter vorn stehen. Warum Glycerin in so vielen Listen auftaucht, erklärt der Beitrag Glycerin in der INCI-Liste.

Merken

Der Produktname zeigt, was der Hersteller hervorheben möchte. Die INCI-Liste zeigt, was mengenmäßig vorn liegt.

4. Ein Beispiel: Hyaluron im Namen, Säure an Position 2

Als Beispiel dient hier das Intensive Hyaluron-Peelingserum von MÁDARA („Intensiv“ ist Teil des Produktnamens, keine Aussage dieses Beitrags). Laut Herstellerseite (Stand 30.09.2026) steht in der INCI-Liste an Position 2, direkt nach Aqua, Lactic Acid. Es folgen Pentylene Glycol, Potassium Hydroxide, Butylene Glycol und Glycerin. Sodium Hyaluronate steht an Position 7.

Das Produkt ist also ein Säure-Peelingserum, in dem Hyaluronsäure als Natriumsalz enthalten ist. Genau das zeigt auch der Name, wenn man ihn vollständig liest: „Peelingserum“. Wie du Milchsäure und andere AHA einordnest, erklärt der Beitrag AHA in der INCI-Liste.

Die Anwendung beschreibt der Hersteller sinngemäß so: ein- bis zweimal pro Woche abends auf die gereinigte, trockene Haut auftragen. Nach der Anwendung soll die Haut nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt und immer Sonnenschutz verwendet werden. Für zarte, überempfindliche Haut ist das Produkt laut Hersteller nicht geeignet.

5. So gleichst du Name und Liste ab

  1. Namen vollständig lesen. Wörter wie „Peeling“, „Maske“ oder „Serum“ stehen oft hinter dem Stoffnamen und sagen viel über die Anwendung.
  2. Hyaluron-Namen suchen. Hyaluronic Acid, Sodium Hyaluronate oder Hydrolyzed Hyaluronic Acid – eine oder mehrere Formen.
  3. Die ersten fünf Positionen ansehen. Steht dort eine Säure, gelten die Regeln für Säureprodukte.
  4. Anwendungshinweis beachten. Häufigkeit, Tageszeit und Sonnenschutzhinweise haben Vorrang vor dem Namen.

Sonnenschutz bedeutet dabei ein Produkt mit ausgewiesenem Lichtschutzfaktor, keine gewöhnliche Tagescreme – mehr dazu unter Tagescreme ohne LSF. Neue Produkte führst du einzeln ein; wie ein Anwendungstest aussieht, steht unter Probe vor dem Kauf.

Wichtig einzuordnen

Bei anhaltenden Hautbeschwerden gehört die Frage in ärztliche Hände. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Die Kurzfassung: Hyaluronsäure steht als Hyaluronic Acid, Sodium Hyaluronate oder Hydrolyzed Hyaluronic Acid in der Liste – und was ein Produkt ausmacht, zeigen die ersten Positionen und der Anwendungshinweis, nicht das Wort „Hyaluron“ auf der Packung.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Art. 19 Abs. 1 lit. g (Liste der Bestandteile).
  2. Europäische Kommission, CosIng-Datenbank, Einträge zu Hyaluronic Acid, Sodium Hyaluronate und Hydrolyzed Hyaluronic Acid.
  3. Herstellerangaben MÁDARA zu Intensives Hyaluron-Peelingserum (INCI, Füllmenge, Anwendung, Hinweise), madaracosmetics.com, abgerufen am 30.09.2026.

Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.