Eine Haarbürste wird täglich benutzt und selten gereinigt. Dabei sammeln sich zwischen den Borsten nicht nur ausgefallene Haare, sondern auch Staub, Hautschüppchen und Reste von Stylingprodukten. Mit der Zeit bildet sich am Borstenfuß ein grauer Belag.

Dieser Beitrag zeigt, wie du eine Bürste in zwei Stufen reinigst und warum Holz und Naturborsten dabei anders behandelt werden als Kunststoff.

1. Wie oft reinigen?

Einen festen, wissenschaftlich begründeten Rhythmus gibt es nicht. Praktisch bewährt hat sich eine Aufteilung in zwei Stufen:

  • Haare entfernen: regelmäßig, am einfachsten nach jedem oder jedem zweiten Bürsten. So verfilzen die Haare gar nicht erst zwischen den Borsten.
  • Gründlich reinigen: wenn sich sichtbar ein Belag bildet. Wer viele Stylingprodukte verwendet, braucht das häufiger als jemand, der nur trockenes, frisch gewaschenes Haar bürstet.

2. Stufe 1: Haare entfernen

Die meisten Haare lassen sich mit den Fingern abziehen. Was sich zwischen den Borsten verfangen hat, hebst du mit dem Stiel eines Stielkamms, einem Zahnstocher oder einer groben Gabel an. Arbeite dabei Reihe für Reihe vom Borstenfuß nach oben.

Sitzen die Haare sehr fest, hilft eine Schere: quer über die Borsten durch die Haarschicht schneiden, dann lassen sich die kurzen Stücke leichter herausziehen. Achte darauf, die Borsten selbst nicht anzuschneiden.

Für diesen Schritt brauchst du kein Wasser. Deshalb eignet er sich für jede Bürste, auch für empfindliche Modelle aus Holz mit Naturborsten, und dauert kaum eine Minute.

3. Stufe 2: gründlich reinigen

Für die gründliche Reinigung reicht lauwarmes Wasser mit etwas Shampoo – also dem Produkt, das ohnehin für Haar gedacht ist. Wie Shampoo richtig aufgeschäumt wird, steht im Beitrag Shampoo richtig anwenden.

  1. In einer Schüssel lauwarmes Wasser mit wenig Shampoo verrühren.
  2. Die Bürste mit den Borsten nach unten eintauchen, nur die Borsten, nicht den ganzen Körper.
  3. Mit einer alten Zahnbürste oder einem Kamm den Belag am Borstenfuß lösen.
  4. Mit klarem Wasser kurz nachspülen, wieder nur die Borsten.
  5. Ausschütteln und mit einem Handtuch abtupfen.

Bürsten ganz aus Kunststoff vertragen es meist, vollständig eingeweicht zu werden. Maßgeblich ist aber der Pflegehinweis des Herstellers.

4. Holz und Naturborsten: nicht einweichen

Bei Holzbürsten ist Wasser das größte Thema. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und quillt, Verleimungen können sich lösen, und bei Kissenbürsten kann Wasser in das Gummikissen gelangen und dort stehen bleiben. Deshalb gilt:

  • Nicht einweichen und nicht unter den laufenden Wasserhahn halten.
  • Nur die Borsten ins Wasser tauchen, den Griff trocken halten.
  • Mit den Borsten nach unten auf einem Handtuch trocknen lassen, damit kein Wasser in den Bürstenkörper läuft.
  • Nicht auf der Heizung oder mit dem Föhn trocknen – zu schnelles Trocknen kann Holz reißen lassen.

Pflanzenfasern wie Sisal werden aus Blättern einer Agave gewonnen. Auch sie sollten nach der Reinigung vollständig trocknen, bevor die Bürste wieder benutzt wird.

Als Beispiel dient hier eine Haarbürste von Kost Kamm, die memo als Händler anbietet. Laut Produktseite bei memo (Stand 30.09.2026) hat sie acht Reihen Sisalborsten und einen gewachsten Griff aus Buchenholz, sie ist 22 cm lang und 5 cm breit. Laut Beschreibung ist sie für kurzes bis mittellanges, glattes Haar und zum Bürsten des trockenen Haares gedacht. Hergestellt wird sie laut memo in Handarbeit in Deutschland, Hersteller ist Kost Kamm.

Ein Beispiel mit Sisalborsten und Holzgriff

Kost Kamm Haarbürste vegan mit Sisalborsten, 22 cm, erhältlich bei memo. Sie zeigt eine Bürste mit acht Reihen pflanzlicher Borsten und gewachstem Buchenholzgriff, die laut Beschreibung zum Bürsten trockener Haare gedacht ist. Stand der Produktseite bei memo 30.09.2026. Vollständige Angaben, aktueller Preis und Grundpreis auf der Produktseite.

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5. Trockenes und nasses Haar

Viele Bürsten mit Naturborsten sind, wie das Beispiel, für trockenes Haar gedacht. Für nasses Haar eignet sich eher ein grobzinkiger Kamm. Warum, erklärt der Beitrag Nasses Haar: abtrocknen, kämmen, föhnen.

Auch die Aufbewahrung spielt eine Rolle. Eine Holzbürste, die direkt neben der Dusche liegt, ist ständig feuchter Luft ausgesetzt. Besser ist ein trockener Platz, etwa in einer Schublade oder auf einer Ablage außerhalb des Bades. Für Reisen schützt ein Stoffbeutel die Borsten, ohne die Feuchtigkeit einzuschließen.

Kämme reinigst du nach demselben Prinzip: Haare entfernen, Kunststoffkämme in lauwarmem Wasser mit etwas Shampoo waschen, Holzkämme nur kurz abwischen und gut trocknen lassen.

Ersetzt wird eine Bürste, wenn Borsten ausfallen oder abbrechen, das Kissen einreißt oder das Holz Risse bekommt.

Merken

Haare regelmäßig herausziehen, bei sichtbarem Belag nur die Borsten in lauwarmes Wasser mit etwas Shampoo tauchen. Holzbürsten nicht einweichen, mit den Borsten nach unten und ohne Hitze trocknen lassen.

Die Kurzfassung: Haare regelmäßig raus, Belag bei Bedarf mit etwas Shampoo lösen – und bei Holz und Naturborsten nur die Borsten nass machen und die Bürste in Ruhe trocknen lassen.

Quellen

  1. Botanische Einordnung: Sisal, Faser aus den Blättern von Agave sisalana.
  2. Produktangaben memo zu Kost Kamm Haarbürste vegan mit Sisalborsten (Borsten, Griff, Maße, Verwendungszweck, Herstellung, Hersteller), memo.de, abgerufen am 30.09.2026.

Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.