Eine Zahnbürste mit Holzgriff putzt nicht anders als eine aus Kunststoff. Der Unterschied liegt im Material des Griffs – und damit in der Frage, was nach dem Putzen mit ihr passiert.
Dieser Beitrag erklärt, wie du eine Holzzahnbürste trocknest, aufbewahrst, wann sie ausgetauscht wird und wie du sie entsorgst.
1. Was an einer Holzzahnbürste anders ist
Holz ist ein Naturmaterial, das Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Bleibt der Griff dauerhaft nass, quillt er, kann sich verfärben und im ungünstigen Fall schimmeln. Viele Holzgriffe sind deshalb gewachst oder geölt. Diese Oberfläche verlangsamt die Wasseraufnahme, macht das Holz aber nicht wasserdicht.
Die Borsten sind auch bei Holzzahnbürsten meist aus Kunststoff. Manche Hersteller verwenden Nylon auf Basis nachwachsender Rohstoffe, etwa Rizinusöl. „Biobasiert“ beschreibt dabei den Rohstoff, nicht das Verhalten nach dem Wegwerfen: Ein biobasierter Kunststoff ist nicht automatisch biologisch abbaubar.
Wie bei jeder Handzahnbürste gibt es verschiedene Härtegrade, meist weich, mittel und hart. Welcher zu deinen Zähnen und deiner Putztechnik passt, ist eine Frage für die Zahnarztpraxis, nicht für das Material des Griffs.
2. Trocknen: aufrecht und an der Luft
Nach dem Putzen die Bürste gründlich unter fließendem Wasser ausspülen, damit keine Zahnpastareste zwischen den Borsten bleiben. Dann kräftig abschütteln und den Griff kurz mit einem Handtuch abwischen.
Die Amerikanische Zahnärztevereinigung (ADA) empfiehlt, Zahnbürsten nach dem Gebrauch aufrecht aufzubewahren und an der Luft trocknen zu lassen. Eine feuchte Bürste in einem geschlossenen Behälter bietet laut ADA Mikroorganismen bessere Bedingungen als eine, die offen trocknet.
- Bürstenkopf nach oben: So läuft das Wasser aus den Borsten ab.
- Nicht im Wasser stehen lassen: In Zahnputzbechern sammelt sich am Boden Wasser, in dem das Griffende steht. Den Becher regelmäßig ausleeren und trocknen oder einen Halter mit Abstand zum Boden verwenden. Auch der Becher selbst braucht ab und zu eine gründliche Reinigung.
- Abstand zu anderen Bürsten: Die Köpfe sollten sich nicht berühren.
3. Aufbewahren zu Hause und unterwegs
Ein luftiger Platz im Bad ist besser als ein Schrank, in dem die Luft steht. Direkt neben der Dusche bleibt die Bürste länger feucht als am Waschbecken. Wird das Holz mit der Zeit stumpf und rau, hat sich die Wachsschicht abgenutzt – dann trocknet der Griff noch langsamer, und umso wichtiger wird ein luftiger Platz.
Für Reisen gibt es Etuis. Sie schützen die Borsten, halten die Feuchtigkeit aber im Inneren. Hilfreich sind Etuis mit Lüftungsschlitzen. Wichtiger noch: die Bürste nach der Ankunft gleich auspacken und trocknen lassen.
Dasselbe Prinzip gilt für alle Naturmaterialien im Bad, etwa für einen Luffa-Schwamm: ausspülen, ausdrücken oder abschütteln und luftig trocknen lassen.
4. Wann die Bürste gewechselt wird
Für das Wechseln gibt es zahnärztliche Empfehlungen. Laut proDente sollte die Zahnbürste erneuert werden, sobald sich die Borsten verbiegen – spätestens nach etwa drei Monaten. Die ADA nennt etwa drei bis vier Monate, früher, wenn die Borsten verbogen oder ausgefranst sind.
Bei Holzzahnbürsten kommt ein zweites Kriterium dazu: Wenn der Griff dunkle Flecken bekommt, rissig wird oder sich das Borstenfeld lockert, ist die Bürste ebenfalls reif für den Austausch – unabhängig vom Datum.
Als Beispiel dient hier die Zahnbürste aus FSC-zertifiziertem Buchenholz, die memo anbietet. Laut Produktseite bei memo (Stand 30.09.2026) ist der Körper aus gewachstem Buchenholz mit FSC-Zertifizierung, die Borsten laut memo aus Nylon auf Basis von Rizinusöl, Härtegrad medium. Die Bürste ist 18 cm lang, laut memo in Deutschland hergestellt. FSC steht für Forest Stewardship Council, ein Siegel für Holz aus Wäldern, die nach den FSC-Standards bewirtschaftet werden. Wie Siegel grundsätzlich funktionieren, erklärt der Beitrag zu Naturkosmetik-Siegeln.
Ein Beispiel mit Buchenholzgriff
Zahnbürste mit Buchenholzgriff, 1 Stück, erhältlich bei memo. Sie zeigt eine Holzzahnbürste mit gewachstem Griff und Borsten laut memo aus Nylon auf Basis von Rizinusöl, Härtegrad medium. Stand der Produktseite bei memo 30.09.2026. Vollständige Angaben, aktueller Preis und Grundpreis auf der Produktseite.
5. Entsorgen: Holz und Borsten trennen
Weil Griff und Borsten aus verschiedenen Materialien bestehen, lohnt sich das Trennen. Die Borsten lassen sich mit einer Zange büschelweise herausziehen. Die Borsten gehören in den Restmüll. Wohin der Holzgriff darf, regelt deine Kommune – manche Abfallsatzungen erlauben unbehandeltes Holz im Bioabfall, gewachstes oder lackiertes Holz oft nicht. Im Zweifel ist der Restmüll die sichere Wahl.
Merken
Nach dem Putzen ausspülen, abschütteln, aufrecht und luftig trocknen lassen, nicht im Wasser stehen lassen. Wechseln, sobald sich die Borsten verbiegen, spätestens nach etwa drei Monaten.
Die Kurzfassung: Eine Holzzahnbürste putzt wie jede andere – sie will nur nach jedem Putzen aufrecht und luftig trocknen und wird gewechselt, sobald die Borsten nachgeben, spätestens nach etwa drei Monaten.
Quellen
- proDente e. V.: Zahnbürsten von A–Z, www.prodente.de/zaehne/prophylaxe/zahnbuerste.html, abgerufen am 30.09.2026.
- American Dental Association (ADA): Oral Health Topics – Toothbrushes, ada.org, abgerufen am 30.09.2026.
- Forest Stewardship Council (FSC): Informationen zum FSC-Siegel, fsc-deutschland.de.
- Produktangaben memo zu Zahnbürste aus FSC-zertifiziertem Buchenholz (Material, Borsten, Härtegrad, Länge, Herstellungsort, Verpackung), memo.de, abgerufen am 30.09.2026.
Redaktionelle Prüfung: 01.10.2026, AF – Produktangaben (INCI-Auszüge, Füllmenge, Anwendung) am 30.09.2026 gegen die Produktseite abgeglichen, Fach- und Rechtsangaben gegen die genannten Quellen geprüft, keine Wirkaussagen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.